Aller Anfang …

Aller Anfang …

erinnert Ihr Euch noch an die Zeit, als ihr anfingt zu segeln. Nein? Ich auch nicht.
So ist es aber erhellend einen Neusegler zu beobachten und ihm bei dem Weg auf das Wasser zu helfen.
So vieles, was uns bereits seit Jahren in Fleisch und Blut übergegangen ist, ist in Wirklichkeit so gar nicht selbstverständlich. Es fängt mit dem Bewegen an Bord, mit dem Gefühl für die Bewegungen an und endet mit den Dingen die bedacht sein wollen um ein Boot seeklar zu machen.
Alles muss erlernt werden. Nichts ist wirklich selbstverständlich. Dies erfüllt mich wieder und wieder mit großem Erstaunen. Nicht darüber, dass ein Neuling das Segeln erst einmal lernen muss. Vielmehr für wie selbstverständlich wir unser tägliches Leben auf dem Boot nehmen
Einfach wäre der Weg, wenn man zwei erfahrene Segler nehmen würde und ein Segelneuling mitsegelt um sich die Handgriffe abzugucken. Mit der genügenden Zeit für Übungseinheiten. Ohne Druck und ohne Verantwortung für das eigentliche Geschehen.
Doch dies ist meist nur ein Traum. Es ist schon schwer genug in der heutigen Zeit zwei Menschen mit ihren Terminen unter einen Hut zu bekommen.
So bleibt also nur der lange Weg. Die wenigen Wochenenden der gemeinsamen Zeit zusammen nehmen. Hoffen einen Weg zu finden, der den Segelneuling, respektive die beste Ehefrau von allen, nicht überfordert und gleich wieder mit fliehenden Fahnen von Dannen ziehen lässt. Trotzdem die notwendigen Inhalte in einer möglichst stressfreien Umgebung zu vermitteln. Und darauf zu vertrauen, dass man nur schwerlich alles selbst unter Kontrolle halten kann.
Das Einhandsegeln lebt dann hingegen von Kompromissen in Punkto absoluter Sicherheit. Vom Bewusstsein eben nicht alles koordinerien und kontrollieren zu können. In der Gewissheit mit Risiken leben zu müssen, was mir aus den Denkweisen meines Berufes leider von Jahr zu Jahr schwerer fällt.
Vielleicht ist dies aber auch die Art von Erfahrung, die das Leben einem bieten will. Die mich wachsen lassen sollen. Die Erfahrungen daß das Leben eben nicht kontrollierbar ist. Nicht unendlich zu beschleunigen ist. Das man sich die Zeit nehmen muss und bewusst den Risiken zu begegnen hat ohne sie kontrollieren zu können.
Eine Schule der Achtsamkeit.
Und es ist wunderbar zu sehen, wie wir alle im Leben lernen. An jedem neuen Tag. Jeder auf seine Weise. Und ein jeder auf seiner Ebene.
Und so erkenne ich auch für mich: Aller Anfang ist eben schwer.